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Pfarrkirche Mariä Geburt
Diese in der zweiten Hälfte des 18. Jh.s entstandene
Kirche war ursprünglich die Waisenhauskirche des einst hier befindlichen
Waisenhauses. Die von Leopold Grossmann nach Plänen von Thaddäus
Karner erbaute Kirche wurde am 7. Dezember 1768 eingeweiht: In Anwesenheit
von Maria Theresia und Joseph Il. dirigierte der damals zwölfjährige
Wolfgang Amadeus Mozart seine aus diesem Anlaß geschriebene "Waisenhausmesse"
(KV 139). Das Waisenhaus befand sich bis 1785 an dieser Stelle und übersiedelte
dann in die Boltzmanngasse. Maria Theresia hatte den hier befindlichen
Waisenhausbesitz im Jahr 1761 gekauft. Die Kirche wurde zwischen den langgestreckten
Gebäuden, die zum Waisenhaus gehörten, errichtet, und ist mit
ihrer einfachen und unvollendeten Fassade ein Denkmal des josephinischen
Stils. Zwei Gedenktafeln neben dem Eingang weisen auf wichtige Geschehnisse
hin: Die eine erinnert an das Auftreten Mozarts im Jahr 1768, die zweite
an die "anläßlich der neuen Pfarreinteilung vorgenommene
Erhebung dieser Kirche zur Pfarrkirche". Als Datum wird der 28. April
1783 angegeben.
Im Gegensatz zum eher unscheinbaren Äußeren ist die Schönheit
des Innenraumes überraschend. Die Kirche ist einschiffig, die Seitenschiffe
haben sich in Gänge mit darüberliegenden Emporen verwandelt,
das Langhaus schließt im Korbbogen gegen das Presbyterium ab. Die
Wände des Gotteshauses sind durch Pilaster gegliedert, jeder Pilaster
ist mit der großen Statue eines Heiligen versehen. Die gesamte Ausschmückung
der Kirche weist bereits auf den josephinischen Klassizismus hin, Rokokoverzierungen
sind nicht mehr zu finden. Zu allererst ist wohl das Hochaltarbild "Mariä
Geburt" zu erwähnen, das fälschlich Franz Anton Maulbertsch
zugeschrieben wurde. Dies trifft jedoch nicht zu, das Bild ist ein Werk
von Franz Zoller. (Neben diesem Hochaltarbild schuf der Künstler
Werke für die Liechtentaler Pfarrkirche sowie für einige Kirchen
außerhalb Wiens.) Von den anderen Kunstwerken, die dieses Gotteshaus
birgt, seien hervorgehoben das Gemälde "Maria und Johannes halten
Christi Leichnam", ein Bild aus dem Privatbesitz der Familie Mautner-Markhof,
aber auch das Bild "Maria hält den toten Christus" das
den sogenannten "Versehaltar" schmückt. Zu erwähnen
ist weiters der sogenannte "Chaos'sche Stiftungsaltar", benannt
nach dem Gelehrten Freiherrn von Chaos, dem Begründer des "Chaos'schen
Waisenhauses", das 1767 mit dem Rennweger Waisenhaus vereinigt wurde.
Die hier aufgestellte Statue, eine Kopie der Mariazeller Muttergottes,
kam nach längerer Wanderschaft in die Kirche am Rennweg. Das Altarbild
dieses Seitenaltars, die hl. Theresia darstellend, ist ein Hauptwerk Carl
Auerbachs. In der Sakristei der Kirche wird ein aus dem Brautkleid Marie
Antoinettes gefertigtes Meßgewand verwahrt, und in einem Glaskästchen
befindet sich der Totenschädel des Jesuitenpaters Ignaz Parhammer,
des Wiener "Kindergenerals", dessen Verdienst unter anderem
die Erbauung dieser Kirche war. Er war Direktor des theresianischen Waisenhauses
und erster Pfarrer der Kirche seit 1783.
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