Die Zeit der Römer im Dritten

Seit urgeschichtlicher Zeit waren die West-Ost- und die Nord-Süd Verbindung die geographische Grundlage für jede auf dem Boden Wiens entstehende Ansiedlung. Daher läßt sich schon von frühester Zeit an eine kontinuierliche Besiedlung des Wiener Raumes nachweisen, wenn auch die Völker damals noch nicht immer seßhaft waren. Ähnlich wie die in unserem Raum schon früher siedelnden Illyrer wählten die Kelten als Siedlungsgebiet vor allem die westlichen Randberge des Wiener Raumes sowie die Praterterrasse und die steil zur Donau abfallende Stadtterrasse.

Der Vorstoß der Römer bis an die mittlere Donau hing letztlich mit großräumigen strategischen Maßnahmen zusammen, die am Ende der Regierungszeit von Kaiser Augustus getroffen worden waren. Man hatte sich auf seiten der Römer, bedingt durch mehrere militärische Rückschläge, entschlossen, in diesem Gebiet rein defensiv vorzugehen und die gefährliche Expansion der Germanen zwischen den Flüssen Rhein und Donau aufzuhalten. Dazu mußte man aber die seit etwa 400 v. Chr. von Kelten besiedelten Gebiete, die zwischen Rom und den Germanengebieten lagen, besetzen. Dieses Vorhaben verwirklichten die Römer, und in den ersten Jahrzehnten nach der Zeitenwende war der Raum Wien bereits in römischen Händen.

Obwohl auch aus dieser Zeit viele Funde verlorengegangen sind, geben uns vor allem die Reste des römischen Straßennetzes oft wertvolle Aufschlüsse über die Gegebenheiten dieser Epoche. Es sind gerade zwei ehemalige römische Straßen, die bei unserer Betrachtung über den dritten Bezirk besonders wichtig sind, denn sie sind die Grundlage für die zwei wichtigsten und wohl auch ältesten Straßenzüge des Bezirks Landstraße. Gemeint sind die alte römische Limesstraße, deren Verlauf heute in unserem Bezirk im wesentlichen die Landstraßer Hauptstraße entspricht, und die sogenannte Munizipalstraße, lagemässig etwa der heutige Rennweg. Die Limesstraße war Reichs- und Heeresstraße. Im Hauptlager war sie als via principalis die Hauptstraße. Von der porta sinistra weg führte sie in westlicher Richtung in die oberen Stromgegenden der Donau. Im Osten erstreckte sie sich von der porta dextra zur Dominikanerbastei, über den Wienfluß, die Landstraßer Hauptstraße entlang, gegen St. Marx.

Als wichtige archäologische Quelle in der Aufdeckung der Reste von römischen Straßenzügen sind vor allem Meilensteine, Votivsteine und Wegsäulen anzuführen. Ein römischer Meilenstein, der vor 1588 sich in einem zum ehemaligen Bürgerspital gehörenden Weingarten befand, bezeichnete die genaue Lage der Limesstraße. Aus der überlieferten Inschrift dieses leider verlorengegangenen Steines wissen wir, daß er unter Kaiser Valerian zwischen 253 und 259 n. Chr. in zwei Meilen Entfernung von Vindobona aufgestellt wurde. Bereits im Jahr 1898 konnten Teile der Limesstraße bloßgelegt werden. In einer Tiefe von 80 cm unter der Straßendecke fand man eine 20-25 cm dicke Schicht aus Schotter und Ziegelstücken. Demnach kann man aus allen bis heute gemachten Funden mit relativ großer Genauigkeit den Verlauf der Limesstraße rekonstruieren: Von Schwechat kommend verlief sie in gerader Richtung auf den Bahnhof Kleinschwechat zu, machte hier einen Bogen und steuerte auf die Ostmauer des Wiener Zentralfriedhofs zu, unter dessen Verwaltungsgebäuden offenbar ihre Fortsetzung war. Bei der Kreuzung Rennweg - Landstraßer Hauptstraße teilte sich die Limesstraße. Ein Ast führte über die Landstraßer Hauptstraße auf die Kreuzung bei der Gärtnergasse bzw. Beatrixgasse zu, übersetzte den Wienfluss und erreichte bei der Schulerstraße die porta dextra des Legionslagers. Die Straße verließ das Lager durch die porta sinistra, überquerte den Ottakringer Bach an der Stelle der Hohen Brücke und wandte sich Richtung Währinger Straße, wo sie ungefähr an der Mündung der Maria-Theresien-Straße wieder auf den Hauptast der Limesstraße traf. Dieser zweite Ast ging am Legionslager vorbei, indem er dem Rennweg folgte und im Bereich des Karlsplatzes den Wienfluss kreuzte. Weiter führte dieser Teil der Straße in Richtung Oper - Augustinerstraße, sodann etwas nordöstlich der Herrengasse. Obwohl die Spuren der Limesstraße auf Wiener Stadtgebiet in westlicher Richtung zuletzt bei der Votivkirche feststellbar sind, ist als sicher anzunehmen, daß sie dem Verlauf des Donauufers in Richtung Klosterneuburg gefolgt sein muß.

Diese Gabelung der Limesstraße in - wenn auch nur für eine kurze Strecke - zwei Äste hatte jedoch einen ganz konkreten Grund. Als Heeresstraße diente die Limesstraße in erster Linie militärischen Zwecken. Notwendige Truppenverschiebungen zwischen einzelnen Grenzlagern konnten nur auf dieser Straße durchgeführt werden. Da sie aber gleichzeitig auch als Reichsstraße diente und Hauptverbindungsweg zwischen den einzelnen Reichsprovinzen war, mußte sie fallweise für den allgemeinen Handelsverkehr verwendet werden. Um nun den Frachtverkehr vom Lager abzulenken, schuf man eine Abzweigung von der Heeresstraße, die das Lager in einiger Entfernung umging, gleichzeitig aber auch zur Zivilstadt führte und sich dann wieder mit der Reichsstraße vereinigte. Da diese Straße zur zivilen Bürgerstadt, dem municipium, führte, wird .sie auch als Munizipalstraße bezeichnet. Damit sind wir bei einem wesentlichen Faktum angelangt: Es zeigte sich nämlich, daß mit Ausnahme der Limesstraße alle im Bezirk aufgedeckten römischen Straßenreste auf einen gemeinsamen Mittelpunkt, von dem sie ausgehen und auf den sie zustreben, hinweisen. Alle Straßen führen nämlich in das Gebiet, das sich vom oberen Rennweg bis gegen das Arsenal und von der Verbindungsbahn bis gegen St. Marx hin ausbreitet. Es ist daher wohl legitim, als Mittelpunkt der römischen Bürger- oder Zivilstadt (municipium) das Gebiet des Aspangbahnhofs anzusehen. Gleichzeitig stellt aber diese römische Zivilstadt, die sich aus dem bereits erwähnten ersten kleinen, auf Bezirksgebiet befindlichen Kastell entwickelte, das durch den Bau des großen Legionslagers in der heutigen Innenstadt überflüssig geworden war, ein für die Forschung vielfach noch ungelöstes Problem dar.

Denn hier im dritten Bezirk, wo die Zivilstadt zu lokalisieren ist, wurden bisher nur gelegentliche Fundbergungen, aber keine Plangrabungen mit Beobachtung von Fundschichten unternommen. Außer einem Altar für Merkur, der allerdings keinen Aufschluss bietet, hat dieser Bereich kein einziges Schriftdenkmal geliefert. Trotz der Reichhaltigkeit des übrigen Fundmaterials ist der archäologische Befund im dritten Bezirk weitaus unklarer als im Bereich des Legionslagers. Im wesentlichen lassen sich hierorts drei Fundkomplexe erfassen:

  • Brandgräber entlang des Rennwegs, die allerdings nicht auf dem Boden der eigentlichen Zivilstadt liegen können;
  • viele Töpfereien, die wahrscheinlich auch außerhalb des Siedlungszentrums einzuordnen sind;
  • Funde, die andere an Bedeutung überragen und dem 3. Jh. zuzurechnen sind.

Wenn wir nun versuchen, an Hand der vorhandenen Fundobjekte die römische Siedlungstätigkeit auf dem Gebiet des dritten Bezirks näher zu beleuchten, so sind zuerst jene Reste von römischen Spitzgräben zu erwähnen (wie sie bei Kastellen üblich sind), die man in der Klimschgasse und in der Hohlweggasse zu Anfang unseres Jahrhunderts entdeckte. Beide laufen etwa parallel, liegen aber rund 350 m voneinander entfernt. Ansonsten fanden sich keine Spuren eines Lagers. Die Aufdeckung dieser beiden Gräben bot aber leider keine genauere Datierungsmöglichkeit. Da das Gebiet aber auch mit römerzeitlichen Brand- und Körpergräbern belegt war, die sicherlich nach der Auffüllung der Gräben angelegt worden sind, darf man diese wohl ins 1. Jh. datieren. Vieles andere spricht bei diesen Funden für einen Zusammenhang mit der allerersten Besatzung im Wiener Raum. Unter Umständen stehen diese genannten Gräben, also das erste römische Lager im dritten Bezirk, auch mit dem Bau der Limesstraße in Verbindung. Denn die Reichsstraße entlang des Limes verlief zwischen den Gräben, und zwar parallel zu ihnen.

Aus der flavischen Zeit (69-96 n. Chr.) mehren sich die römischen Kleinfunde auf Wiener Boden beträchtlich. Sowohl im Bereich des Lagers in der Innenstadt als auch der zivilen Siedlung im dritten Bezirk ist seit der Zeit Vespasians der Beginn eines regelmäßigen Münzumlaufes festzustellen. Gleichzeitig setzte auch verstärkter Import von Keramik und Glasgefäßen aus Oberitalien ein. Die Fundorte dieser Waren aus dem letzten Drittel des 1. Jh.s. verteilen sich ziemlich gleichmäßig auf den ersten und dritten Bezirk, das bedeutet, daß nicht nur das Militär, sondern auch die einheimische Bevölkerung oft kostspielige Gegenstände von auswärts bezog.

Während der sogenannten Markomannenkriege wurde zweifellos wertvolles historisches Material zerstört. Die Schäden, die der über ein Jahrzehnt währende Krieg in Pannonien verursacht hatte, waren gewaltig. Vor allem der Wiener Raum hat während der ersten Phase des Kriegs in den Jahren 167-171 stark gelitten. In erster Linie traf es die Zivilstadt, die unbefestigt und jedem Überfall schutzlos preisgegeben war, wenn die römischen Truppen den Gegner am Überschreiten der Donau nicht hindern konnten. Trotzdem sind aus dieser Zeit zwei bedeutende Münzschatzfunde erhalten, die beim Bau des Wiener Neustädter Kanals im Bereich Rennweg - Hafengasse gemacht wurden. 1799 fand man 298 Goldmünzen, die sich heute großteils im Münzkabinett des Kunsthistorischen Museums befinden und deren Prägung von Nero bis Marc Aurel reicht. 1800 kamen schließlich noch 1446 Silbermünzen zum Vorschein. Da sich darunter auch eine Münze von Kaiser Commodus befand, kann der Schatz erst in den Jahren 177 bis 180 vergraben worden sein.

Ein Kriterium ist es vor allem, das Zerstörungen in Siedlungen leicht datierbar macht: nämlich die Tatsache, daß eine Zerstörung fast immer mit Feuer verbunden ist und die Spuren dieses Feuers in erster Linie an keramischem Fundmaterial gut nachweisbar sind. Die sekundären Hitzespuren lassen sich vor allem auf dem feinen Tafelgeschirr der Römer, der Terra Sigillata, feststellen. Auch im dritten Bezirk haben wir eine Menge von Sigillatascherben, vor allem in den heutigen Bereichen Rudolfspital und Hafengasse.

1849 fand man beim damaligen Kanalhafen von St. Marx in der Nähe der Landstraßer Hauptstraße einen überdurchschnittlich großen Torso einer männlichen Statue, die wegen ihrer künstlerischen Qualität als Jupiterstatue gedeutet wurde. Außer dieser "Iuppiter Capitolinus"-Statue, die allerdings dem Statuentyp anderer Jupiterstatuen in pannonischen Städten kaum entspricht, ist nichts über die Lage oder Existenz eines Kapitols bekannt. Ungewiß ist auch, an welcher Stelle das Forum bestand. Auf der Landstraße haben sich Reste von zwei großen Bronzestatuen gefunden, die man sich gut auf einer Platzanlage wie einem Forum vorstellen könnte. Es handelt sich um den Rest einer überlebensgroßen Figur, die ebenfalls beim Bau des Wiener Neustädter Kanals geborgen wurde. Ein zweiter spärlicher Rest einer Figur wurde 1849 beim Bau der Verbindungsbahn zwischen Aspangbahnhof und Hauptzollamt in der Nähe der Landstraßer Hauptstraße ausgegraben. Auch diese Figur könnte auf einem Forum gestanden sein.

Ein Unikum für ganz Österreich ist die zweifellos der Zivilstadt zuzurechnende Hockerstatue des Tempelbeamten Chai Hapi aus Heliopolis, die in Ägypten zur Zeit der 20. Dynastie (ca. 1196-1080 v. Chr.) entstanden ist. Gefunden wurde die Granitfigur im Jahr 1800 beim Bau des Wiener Neustädter Kanals im Bereich des heutigen Aspangbahnhofs. Die Figur stellt einen hockenden Mann dar, der seine verschränkten Arme auf einen zwischen seinen Füßen stehenden Pfeiler stützt. Die Statue des Chai Hapi trägt einen sehr ausführlichen Text, der Aufschluß über Person und Zweck der Statue gibt. Chai Hapi wird in dieser Inschrift als Geheimrat von Heliopolis, Verwalter und Tempelschreiber des Hauses Re, Schreiber der Opfergaben des Herrn beider Länder, also des Pharaos, und Gottesdiener betitelt. Als die Figur nach Vindobona gebracht wurde, war sie schon 1 200 Jahre alt. Unter Umständen wurde die Granitfigur in der Severerzeit, in der die orientalischen Kulte im Römerreich einen Aufschwung nahmen, hierher gebracht und in einem Heiligtum eines ägyptischen Gottes aufgestellt. Ansonsten weiß man relativ wenig über das religiöse Leben in der Zivilstadt. Außer einem Merkuraltar, der an der Limesstraße aufgestellt war in der Gegend Rennweg / Ecke Marokkanergasse, und einem kleinen Mithrasrelief ist uns wenig bekannt.

Was die Zeugnisse städtischen Lebens in der Zivilstadt betrifft, sind wir kaum mit Dokumenten versehen. Hervorzuheben sind hier die Reste einer großen Thermenanlage, die beim Bau des Hauses Oberzellergasse - Rennweg 87 aufgedeckt wurden. Ein anderer wichtiger Baukomplex, der in der Zivilstadt freigelegt werden konnte, umfasst die Reste von wenigstens zwei Häusern, die direkt an der Limesstraße (Rennweg 12-14) lagen und durch eine Gasse von 5,5 m Breite getrennt waren. Genauere Datierungshinweise erhielt man erst in jüngster Zeit bei Grabungsarbeiten im Botanischen Garten. Spuren von Mauern, die mit Schutt aus der Zeit der Markomannenkriege gefüllt waren, deuten darauf hin, daß diese Häuser nach den Kriegen gegen die Markomannen, wahrscheinlich während der Blütezeit der Severer, entstanden sind.

Bei der Frage nach der Ausdehnung dieser ehemaligen römischen Zivilstadt kann ein römischer Meilenstein einen Anhaltspunkt geben. Dieser Stein wurde im 16. Jh. beim Siechenhaus St. Marx gefunden; es ist die Stelle des heutigen Inlandschlachthofs von St. Marx. Mit großer Wahrscheinlichkeit stammt der Stein aus dem 3. Jh. Nimmt man an, daß der Fundort dem ehemaligen Aufstellungsort entspricht, so ist die Entfernungsangabe auf das Legionslager zu beziehen. Der Stein gibt nun die zweite Meile von Vindobona an. Vom Legionslager gemessen bedeutet dies eine Entfernung von 3 km. Der Meilenstein dürfte an einem markanten Punkt des damals verbauten Gebietes gestanden sein. Nicht weit von hier gabelte sich die Limesstraße in ihre oben besprochenen zwei Äste. Westlich des Steinfundortes beginnt das dicht belegte Fundgebiet, östlich davon hören die Funde, bis auf ein Grab in der Döblerhofgasse, auf. Der Meilenstein scheint also den Ostrand der Zivilstadt Vindobona markiert zu haben. Sonst können wir über die genauere Ausdehnung des Siedlungsgebietes keine konkreten Angaben machen. Im Süden dürfte das besiedelte Gebiet bis zum heutigen Landstraßer Gürtel oder auch darüber hinaus gereicht haben. Zwischen Hohlweggasse und Kleistgasse quert eine römische Straße den Gürtel. Sehr wahrscheinlich hat sich beim Arsenal ein Friedhofsgebiet der Zivilstadt befunden. Lediglich dort fand man, in spätantike Gräber verbaut, Reste von steinernen Grabmälern, die von Bewohnern der Zivilstadt errichtet worden waren. Was die Anlage von Friedhöfen im dritten Bezirk betrifft, bildet ansonsten die Limesstraße (Rennweg) die Leitlinie für Körpergräber. Die Aufteilung des Raumes zwischen Friedhöfen und Siedlung ist bei der Zivilstadt bis heute noch unklar. Fast überall sind Körpergräber anzutreffen, vornehmlich an den Rainen der Gemeindestraßen. Anscheinend war die Ausdehnung von Siedlung und Gräberfeldern nicht zu allen Zeiten gleich groß. '

Aus all diesen Details läßt sich heute, allerdings mit einer gewissen Vorsicht, über die Zivilstadt sagen, daß es hier ein Kapitol mit Götterstatuen, ein Forum mit Ehrenstatuen, ein Heiligtum für ägyptisch-orientalische Gottheiten und Badeanlagen gegeben hat. Es paßt auch recht gut in das Gesamtbild der Zivilstadt, daß man nicht ein einziges bearbeitetes Architekturstück, ein Gebälkstück oder ein Kapitell im dritten Bezirk gefunden hat: Ein wertvolles Kultobjekt oder eine Statue war für die Zivilstadt noch erschwinglich, steinerne Tempel und Forumshallen lagen aber außerhalb der Möglichkeiten dieses römischen Municipiums. Die Entwicklung des "municipium Vindobona" ist also in bescheidenen Ansätzen steckengeblieben. Gründe dafür waren sicherlich die relativ spät einsetzende Entwicklung und letztlich der weitere Verlauf der Geschichte, der in unserer Heimat eine positive Entwicklung eines römischen Stadtwesens nicht mehr erlauben sollte.

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