Straßennamen und ihre Bedeutung

Warum Gassen, Straßen und Plätze so heissen

    "So ist hier wie andernorts
    aus den Straßennamen unserer Stadt
    Lokal- und Zeitgeschichte zu lernen."
            Karl Ziak

Im 3. Bezirk gibt es über 230 Straßen und Gassen. Dazu kommt noch eine nicht geringe Anzahl von Plätzen und Parks - und alle haben Namen, deren Herkunft bzw. Bedeutung hier kurz erklärt werden soll. Vorerst finden Sie hier nur eine Auswahl. Im Laufe der Zeit werden die anderen Örtlichkeiten Stück für Stück eingegeben.

Sollte genau "Ihre" Gasse fehlen, dann mailen Sie uns bitte, damit diese Gasse hier in Kürze eingetragen wird.


A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z



 

A
Adamsgasse
Benennung 1862 nach dem Fleischhacker Johann Adams ( um 1756, Hausbesitzer „Zur gold. Weintraube“, Weißgerbervorstadt 22 = Ob. Weißgerberstraße 20).
Die im Volksmund geläufige Bezeichnung für die seit 1860 verbaute Gasse wurde 1862 offiziell anerkannt. Sie reichte ursprünglich bis zur Custozzagasse, später bis zur Hetzgasse.

Adolf-Blamauer-Gasse
seit 1936, nach Adolf Blamauer (1847–1923), einem Aquarellmaler und Mitgründer des Österreichischen Touristenklubs

Alfred-Dallinger-Platz
seit September 2005, nach Alfred dallinger (7.11.1926, Wien – 23.2.1989, Bodensee (Flugzeugabsturz)). Alfred Dallinger war gelernter Drogist. 1948 wurde er Jugendsekretär der Gewerkschaft der Privatangestellten, 1966 deren Geschäftsführer-Stellvertreter und Zentralsekretär, und 1974 Vorsitzender und Geschäftsführer der GPA.

Alma-Mahler-Werfel-Park
seit 2008; im Bereich Barmherzigengasse / Juchgasse / Landstraßer Hauptstraße; nach Alma Mahler-Werfel (31. August 1879 bis 11. Dezember 1964); Schriftstellerin

Am Heumarkt
Als Heugries erstmals 1418 genannt, wo wöchentlich zahlreiche Heufuhren zum Verkauf des Viehfutters einlangten.
Benennung 1862.

  • Nr. 1: Hauptmünzamt, 1835/37 von Paul Sprenger, Figuren von Klieber;
  • Nr. 2: „Stadtgarten-Direktionsgebäude“, 1907 von Otto Wagner;
  • Nr 3-3A (=Reisnerstr.1): Biedermeiermiethauskomplex 1828/29 von Joseph Klee, Wohnhaus von Vuk Stefanovis Karadzic (WissenschafterIn);
  • Nr. 4 (=Johannesg.28): Hotel Intercontinental-Wien erbaut 1961 bis 1964 nach Plänen von Carl Appel und Walter Jaksch;
  • Nr. 5 (=Reisnerstr.2): Biedermeiermiethaus 1826 von Joseph Klee;
  • Nr. 6 (=Lothringerstraße 20): Konzerthaus 1912/13 von Ferdinand Fellner, Hermann Helmer;
  • Nr. 7 (Beatrixg.26) 1826: Gedenktafel: Wohnhaus von Franz Conrad v. Hötzendorf, Generalstabchef im Ersten Weltkrieg, Richard Heuberger (KomponistIn);
  • Nr. 8 (=Lisztstr.1): Akademietheater 1911-14 von Ludwig Baumann, Ferdinand Fellner, Hermann Helmer;
  • Nr. 9: Wohnhaus von Anton Diabelli (Komponist), Peter Wehle (SchriftstellerIn), Eduard Sander (Maler und/oder Zeichner);
  • Nr. 11: Joseph Lanner (Komponist);
  • Nr. 13 (=Beatrixg.32): vormals Gasthof „Gold. Löwe“, Gedenktafel: Gründung Wiener Männergesangverein 1843; Miethaus 1881 von Heinrich Ferstel;
  • Nr. 15-25: gründerzeitliches Wohnhaus-Ensemble (Nr. 15-19, Ölzeltg.2-6 1854-58 von Anton v. Ölzelt;
  • Nr. 17: Wohnhaus von Franz Dingelstedt (Dichter und/oder Schriftsteller);
  • Nr. 19: Wohnhaus von Friedrich Schmidt (Architekt)
  • Nr. 21-25, Ölzeltg.8-12 1852-58);
  • Nr. 27-37: vormals Heumarktkaserne

Am Heumarkt Nr3

Am Kanal
Benennung 1925 nach dem ehem. Wiener Neustädter Kanal.
 

Am Modenapark
Der Erholungspark (eine etwa 8.000 m² große Parkanlage) entstand aus dem hier bestandenen Modenagarten durch die Gemeinde Wien 1912. Das Palais Modena stand dort, wo sich seit 1954 das acht Stockwerke hohe "Gewerbehaus" befindet.
Benennung 1916 nach der ehemals weitläufigen Gartenanlage des vormals Palais Modena (Abbruch1916).

  • Nr. 1-2: erbaut 1966-70 von Erich Boltenstern;
  • Nr. 3: Wohnhaus von Felix Hurdes (Politiker);
  • Nr. 5: Wohnhaus von Lotte Lang (Schauspielerin);
  • Nr. 6: Wohnhaus von Grete Wiesenthal (Tänzerin);
  • Nr. 8-9: städtische Wohnhaus-Anlage „Richard-Strauss-Hof“
    (1953/54 von W. Kroupa, R. Horner);
    Wohnhaus von Berthold Löffler (MalerIn und/oder ZeichnerIn),
    Atelier Franz Luby (MalerIn und/oder ZeichnerIn);
    „Die Lauschenden“ von Siegfried Charoux;
  • Nr. 13: Wohnhaus von Joschi und Toni Bruha (PolitikerIn);
    Parkanlage: „Knabe mit Panthern“ seit 1948, vormals im Arenbergpark 1915 von Josef Müllner

Um 1700 wurde der Park als Ziergarten angelegt. Er wurde 1710 Stockhammerscher Besitz und fiel im 18. Jahrhundert in das Eigentum des Freiherrn von Harrucker. Um 1800 gelangte die Anlage in den Besitz der Erzherzogin Beatrix d’Este von Modena (1750–1829), die hier ein Palais (1916 abgerissen) mit großem Park besaß.

Der Park ist von Gebäuden aus der Zwischenkriegszeit und Gemeindebauten umgeben und beherbergt einen Kinderspielplatz. Die 1915 von Josef Müllner geschaffene Skulpturengruppe „Knabe mit Panthern“ wurde 1948 von ihrem ursprünglichen Aufstellungsort im Arenbergpark hierher verlegt.


Knabe mit Panthern


Grete Wiesenthal, * 9.12.1886 † 22.6.1970

Am Stadtpark
Benennung 1986 nach der Lage der Straße.

  • Nr. 1: ehem. Fleisch-Großmarkthalle, heute Hotel Hilton erbaut 1972 bis 1975 nach Plänen von Fritz Pfeffer

Anna-Hand-Weg
seit 2008; im Gebiet Aspanggründe / Euro-Gate; Anna Hand (1911 - 1987); Widerstandskämpferin
 

Anton-Kuh-Weg
Benennung 2002 nach dem Journalisten und Schriftsteller Anton Kuh (1890-1941).

Anton-von-Webern-Platz
Benennung 1998 nach dem Komponisten Anton von Webern (1883-1945).

  • Ehem Linke Bahngasse 11: Geburtshaus Franz Theodor Csokor (DichterIn und/oder SchriftstellerIn)


Franz Theodor Csokor


Anton von Webern


Apostelgasse
Benannt nach den Aposteln Peter und Paul, denen die Erdberger Pfarrkirche (erstmals urkundlich erwähnt im 13. Jhdt., im Zuge der Türkenbelagerung 1683 zerstört, ab 1700 neu erbaut) geweiht ist. Vor 1862 hieß diese Gasse Kirchengasse.

Geschichte der Pfarre Erdberg St. Peter und Paul
ki3-Artikel und Bilder über die Pfarre Erdberg


Erdbergstraße vor 1900
 

Arenberggasse
(Einbahn), Benennung 1900 nach dem Arenbergpalais, das 1785 erbaut worden war (Landstraße Hauptstraße 96, Abbruch1958).

 


Arenbergpark
Leopold Philipp Fürst von Arenberg (1690-1754) war Besitzer des großen Parks, den die Gemeinde Wien um 1900 kaufte und 1906 als öffentliche Anlage zugänglich machte.

Im Park stehen seit 1943 zwei Flaktürme.
Gedenktafel: Robert Danneberg (Politiker)

Leopold-Philipp von Arenberg (1690-1754), vierter regierender Herzog von Arenberg und zehnter Herzog von Aarschot. Heiratet Maria-Franziska Pignatelli, Prinzessin von Bisaccia und Gräfin von Egmont. Letzter Überlebender der Familie Arenberg nach dem Tod seines 1693 in der Schlacht von Neerwinden gefallenen Cousins Octavius.


Leopold-Philipp von Arenberg (1690-1754)


Armenierplatz
Benennung 2001 in Erinnerung an die jahrhundertelange Präsenz der armenischen Volksgruppe in Wien und ihrer Bedeutung für das Kulturleben dieser Stadt.

Arsenalstraße / Arsenalweg
Benannt nach dem Arsenal, das nach der Revolution im Jahre 1848 als Zentrum militärischer Macht über Wien erbaut wurde.

Benennung 1878 nach dem 1849-1857 erbaut Arsenal von Ludwig Förster, Theophil Hansen, Eduard van der Nüll, Carl Rösner, August Sicard v. Sicardsburg.
Der ehem. Arsenalweg wurde 1901 benannt und befand sich im Bereich der heutigen Aspanggründe, älterer Flurname „Sandgstetten“.


Arsenalweg - Gemälde von Adolf Blamauer


Aspangstraße
Benennung 1894 nach dem ehemals hier 1880/81 erbauten Aspangbahnhof, Abbruch 1977.

Aspangbahnhof

Auenbruggergasse
Benennung 1891 nach dem Arzt Leopold A. (1722-1809).

  • Nr. 1: Gardekirche (s. Rennweg 5 A );
  • Nr. 2: Gedenktafel: Wohnhaus von Gustav Mahler (Komponist);
    Paul Barnay (Dichter und/oder Schriftsteller),
    Karl Böhm (Dirigent)


Karl Böhm (Dirigent)


Augustinermarkt
Seit etwa 1795 auf dem sogenannten„Platzl“ an der Landstraßer Hauptstraße. Vormalig bis 1793 St.-Nikolai-Friedhof (Grab Georg Raphael Donner) mit barocker St.-Nikolai-Kirche.

Innerhalb der Gabelung Erdbergstraße und Landstraßer Hauptstraße stand bis in das späte 18. Jahrhundert die Nikolaikirche, zu der ein Friedhof gehörte. Der Nikolaifriedhof wurde 1784 aufgelassen und nach Sankt Marx verlegt. Im Zuge dessen wurde auch die Kirche abgetragen. Das planierte und mit Bäumen bepflanzte Dreieck zwischen den beiden Straßen entwickelte sich bereits vor der Wende zum 19. Jahrhundert zu einem Marktplatz. Wegen der Nähe zum benachbarten Augustinerkloster, dessen Klosterkirche Sankt Rochus ab 1642 errichtet worden war, bildete sich der Name Augustinermarkt heraus.


Der Markt um 1770

B

Barichgasse
Benannt nach Michael v. Barich (1792-1859), Hofkonzipist und Erbauer des ersten Hauses in der Gasse. Dieser rücksichtslose Spekulant ließ leider um 1850 das prächtige Palais Althan (Baumeister Josef Emanuel Fischer von Erlach, heute Ungargasse Nr. 63) abbrechen und parzellierte die anschliessenden Gartengründe um Wohnhäuser und diesen Straßenzug zu errichten.

Seine bekannteste, allerdings auch umstrittenste Tat, war der 1839 erfolgte Kauf des Gartenpalais Althan in der Ungargasse. Dieses wurde in der Folge abgerissen und in 34 Baugründe parzelliert. Damit entsprach er dem Bebauungsdruck durch die wachsende Bevölkerung der Wiener Vorstädte. Barich und ihm gleich Gesinnte erkannten die Chance, die sich in der Verwertung der feudalen Gartenpalais nahe der Wiener Innenstadt ergab. Nach Barich ist seit 1876 eine Gasse in seinem Parzellierungsgebiet benannt.

Barich (auch Baric) wurde weiters bekannt durch die Tatsache, dass er von einer Ägyptenreise um 1849 eine Mumie mit nach Wien brachte, die nach seinem Tod im Agramer (heute Zagreber) Nationalmuseum landete und wegen ihrer etruskischen Mumienbinden, den hernach benannten Zagreber Mumienbinden, besonderes wissenschaftliches Interesse weckte.

  • Nr. 5: Gedenktafel: Wohnhaus von Dr. Oskar Bohr (Arzt) (s. Dr.-Bohr-Gasse);
  • Nr. 30: Wohnhaus von Franz Joseph Gall (Wissenschafter)

Dr. Oskar Bohr (Arzt)

Barmherzigengasse
Benennung 1877 nach dem 1755 bis 1877 hier bestandenen Rekonvaleszentenhaus der Barmherzigen Brüder, 1755 eröffnet wurde und bis 1873 in Verwendung stand.

  • Nr. 8: Wohnhaus von Leopold Thaller (s. Leopold-Thaller-Hof, P)

Plan von 1832

Barthgasse
Benennung 1900 nach dem Anatom und Augenarzt Joseph Barth (1745-1818). In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts war der wegen seiner Skurrilität und Geldgier berühmt-berüchtigte Augenarzt Joseph Barth ein allgemein bekanntes Wiener Original.

  • Nr.2: städtische Wohnhaus-Anlage (s. Baumgasse 77);
  • Nr. 13-15: städtische Wohnhaus-Anlage erbaut 1954 bis 1956 nach Plänen von Karl Schwanzer;
  • Nr. 17: städtische WohnhausAnlage erbaut 1969 bis 1971 nach Plänen von Adolf Illner und Ferdinand Gaisser

Baumannstraße
Benennung 1902 und dannach wieder 1947. Benannt nach Dr. Oskar Baumann (1864-1899), Geograph und Afrikaforscher, der seine Sammlungen dem Naturhisorischen Museum schenkte. An der Stelle der Baumannstraße stand von 1860 bis 1902 eine Reitschule. Von 1938 bis 1947 hieß die Gasse Adolf-Kirchl-Straße (Gedenktafel Adolf Kirchl auf Nummer 1).

  • Nr. 1 (Beatrixg.3): Gedenktafel: Adolf Kirchl (Musiker);
  • Nr. 8: Gebäude der Komponisten- und Musikverleger Gesellschaft;
  • Nr. 9: Wohnhaus von Michael Powolny (Keramiker)

Dr. Oskar Baumann

 

Baumgasse
Die Baumgasse war eine obstreiche Gärtnersiedlung. Haus Nummer 1 trug (1779) das Hauszeichen "Zum Grünen Baum". Baumgasse Nr. 7 war einst die Grenze zwischen Landstraße und Erdberg in diesem Bereich.

  • Nr. 1: das ehem. hier bestandene Haus trug im 18. Jahrhundert das Hauszeichen „Zum grünen Baum“;
  • Nr. 2: Pestkreuz zur Erinnerung an das Pestjahr 1713;
  • Nr. 4: Wohnhaus von Alfred Roller (Maler und/oder Zeichner);
  • Nr. 20 A: Herz-Jesu-Krankenhaus;
  • Nr. 24: Gedenktafel: ehem. hier bestandene Reithalle der Krimsky Kaserne;
  • Nr. 26: Wohnhaus von Ferdinand Bruckner (Theodor Tagger, D);
  • Nr. 29-41: städtische Wohnhaus-Anlage „Rabenhof“ bis 1934 „Austerlitz-Hof“ erb.1925 bis 1929 nach Plänen von Heinrich Schmid und Hermann Aichinger, Wohnhaus von Grete Jost (GT, P), Alexander Kostka (MalerIn und/oder ZeichnerIn);
  • Nr. 37: Wohnhaus von Vera Ferra-Mikura (DichterIn und/oder SchriftstellerIn);
  • Nr. 41: Wohnhaus von Josef Frueth (s. Fruethstraße);
  • Nr. 53: städtische Wohnhaus-Anlage (s. Leonhardgasse 8-10);
  • Nr. 57-61: städtische Wohnhaus-Anlage „Leopold-Thaller-Hof erbaut 1976 bis 1978 nach Plänen von Gerd Neversal;
  • Nr. 63-65: städtische Wohnhaus-Anlage erbaut 1949 bis 1951;
  • Nr. 71: Wohnhaus von Anton Proksch (PolitikerIn);
  • Nr. 75: ehem. Mautner Markhofsches Kinderspital, heute Neubau (GPA ?); das unter Denkmalschutz stehende Mautner-Relief von Carl Kundmann wurde vor der Front in der Baumgasse wieder err.;
  • Nr. 77: städtische Wohnhaus-Anlage erbaut 1953/54 nach Plänen des Stadtbauamtes und Sitz des ki3.at-Büros


um 1930, Ebenerdiges Gasthaus des Franz Obenaus

 


Beatrixgasse
Benannt nach Erzherzogin Beatrix d'Este von Modena (1750-1829). Sie ließ ein Palais im Bereich des heutigen Modenapark erbauen. Die Beatrixgasse gehört zu den ältesten Straßenzügen des 3. Bezirks.
mmmm

Bechardgasse
Benannt nach Barbara Baronin Bechard (1789-1859). Auf den Gründen ihres ehemaligen Palais wurde die Weißgerber Pfarrkirche St. Othmar errichtet.
mmmm

Blattgasse
Benannt in Anlehnung an die ehemals hier befindlichen fürstlichen Gartengründe.
mmmmm


Blütengasse
Benannt in Anlehnung an die ehemals hier befindlichen fürstlichen Gartengründe.
mmmmm


C
Custozzagasse
Benannt in Erinnerung an den Sieg Österreichs über Italien beim Dorf Custoza (so geschrieben) am 25. Juli 1848.

Czapkagasse
Hofrat Ignaz Czapka (1791-1881) war von 1838 bis 1848 Bürgermeister von Wien. Er führte u.a. die Gasbeleuchtung in den Straßen Wiens ein.




D
Dianagasse
Benannt nach Sebastian Dean (auch Diani oder Diana) (1697-1752), Gestalter von Ziergärten.
 

Dietrichgasse
Küchengärtner Georg Dietrich (1750-1813) ermöglichte durch Freigabe eines Grundes diesen Straßenzug.
 

Dr.-Bohr-Gasse
Benannt nach Dr. Oskar Bohr (1858-1935), einem beliebten Landstrasser Volksarzt und Wohltäter. Er bestimmte sein Honorar nach den Möglichkeiten der Patienten, Arme zahlten nichts.

Drorygasse
Benannt nach Henry Drory (1837-1889), Direktor des seinerzeitigen Gaswerks am Ufergelände des Donaukanals im 3. Bezirk. Das Gas wurde anfangs nur zur Straßenbeleuchtung verwendet.

 


Ing. Drory (3. von links) mit seinen Mitarbeitern



E
Erdberger Mais (auch "Im Erdberger Mais")
Alter, erstmals 1445 urkundlich erwähnter, Flurname des einst dem Hochwasser ausgesetzten, tiefgelegenen Gebiets, wo kaum entwickeltes Jungholz (sog. "Mais" oder "Maiß") fortgeschwemmt wurde.

Erdbergstraße
Ehemalige Hauptstraße des alten Vorortes, der 1850 zum dritten Bezirk eingemeindet wurde. Der Name Erdberg stammt aus dem Namen "Erdpurch" (=Erdburg), der 1192 erstmals urkundlich erwähnt wurde.

Erne-Seder-Gasse
seit 2008; im Bereich Viehmarktgasse; nach Erne Seder (8. Jänner 1925 bis 16. Juni 2006); Schauspielerin, Autorin

Erne Seder war Tochter eines Artistenehepaares (lebte aber lange Zeit bei ihren Großeltern in Erdberg in der Gestettengasse), nahm schon früh Schauspielunterricht und bestand bereits mit sechzehn Jahren ihre Prüfung. Ein Jahr später bekam sie das erste Bühnenengagement in Kolberg und heiratete dort einen Gutsbesitzer.

Nach ihrer Flucht 1945 erhielt sie weitere Engagements in Österreich, schließlich wurde sie Ensemblemitglied am Theater in der Josefstadt, später spielte sie auch in Hamburg, Frankfurt und Stuttgart.

Bekannt wurde sie als Frau Sokol in der ORF-Serie Die liebe Familie 1980–1991, für die sie auch die Drehbücher schrieb. Schon mit elf Jahren verfasste Erne Seder ihre ersten Gedichte, später folgten Erzählungen und Sketche für Kabarett und Funk. Weitaus unbekannt ist ihre Mitwirkung in der erfolgreichen zeitkritischen Hörfunksendung Der Watschenmann von 1967 bis 1975, wo sie z. B. – zusammen mit Gerda Falk, der Gattin von Regisseur Walter Davy – eines der „Hallelujah-Engerln“ verkörperte


Erne Seder

Eslarngasse
Benannt nach Konrad von Eslarn (um 1287), einer der ersten Bürgermeister von Wien.
mmmm

Esteplatz
Benannt nach Franz Ferdinand d'Este (1863-1914), Thronfolger. Er wurde mit seiner Gattin am 18. Juni 1914 erschossen - der erste Weltkrieg war die Folge davon.


F
Fasangasse
Benannt nach einem schon vor 1795 bestandenen Bierhaus "Zum Fasan", heute "Fasanlwirt" (Nr. 2).
 

Fiakerplatz
Bis 1958 befand sich hier die Kugelgasse (benannt nach einem Hauszeichen "Zur blauen Kugel"), die durch die Assanierung allerdings gänzlich verschwand. Der Name Fiakerplatz stammt von den vielen einst in der Umgebung wohnenden Fiakern (Pferdefuhrwerker).
 

Franzosengraben
Benannt nach den von den Franzosen 1809 in den napoleonischen Kriegen errichteter Schanzgraben zur Verteidigung der Donauübergänge.
 

Fruethstrasse
Benannt nach Josef Fruëth (1745-1835), er war 34 Jahre lang Grundrichter in Erdberg.
 


G
Gärtnergasse
Benannt nach Johann Andreas Gärtner (1745-1807), Ortsrichter von Erdberg. Andere Überlieferungen berichten, dass diese Gasse nach den einst hier befindlichen Gärtnereien so benannt wurde.
 

Gestettengasse
Benennungsdatum unklar, abgeleitet von Sandgstätten (Sandgewinnung am Donauufer)
 
Geusaugasse
Benannt nach Anton Freiherr von Geusau (1746-1811), Magistratskanzlist, Schriftsteller und Geschichtsforscher Wiens.
 

   
Göllnergasse
Benannt nach Michael Leopold Göllner (1760-1834), einem vermögenden Hausbesitzer, der sein Haus der Gemeinde Erdberg für die Errichtung eines Armenhauses vermachte.
   
Göschlgasse
Benannt nach Karl (1807-1883) und Therese (1813-1887) Göschl. Sie hinterließen ihr gesamtes Vermögen den Armen des 3. Bezirks.
   
Gottfried-Keller-Gasse
Benannt nach Gottfried Keller (1819-1890), Schweizer Dichter (z.B. "Der grüne Heinrich").
   
Grimmelshausengasse
Benannt nach Hans Jacob von Grimmelshausen (1622-1676), deutscher Romanschriftsteller. Er schrieb unter anderem "Simplicissimus".
   
Guglgasse
Benannt nach einer seit dem 18. Jahrhundert ansässigen Gärtnerfamilie.




H
Haeussermannweg
Benannt nach Reinhold Haeussermann (1884-1947), Burgschauspieler, und seinen Sohn Ernst Haeussermann (1916-1984), ehemaliger Burgtheaterdirektor.
 

Hafengasse
Benannt nach dem am einstigen Wiener Neustädter Schifffahrtskanal gelegenen oberen Hafen (1848-1876). Dieser wurde vor Errichtung des Aspangbahnhofes zugeschüttet.

Schon zu Beginn des 18. Jahrhunderts dachte man in Österreich daran, einen künstlichen Wasserweg zur Adria anzulegen.
Aber erst 1797 wurde mit dem Kanalbau durch die k.k. Kanalbau AG begonnen. Zuerst wurde das Geld knapp, weil man dieses für Kriegshandlungen notwendiger zu brauchen dachte, dann fehlten die nötigen Bauarbeiter; dieses Problem wurde schließlich mit der Anwerbung von kroatischen "Gastarbeitern" gelöst. Wieder gab es Schwierigkeiten, die dazu führten, dass der Kanal 1802 an den Staat abgetreten wurde. Nach neuerlichen Schwierigkeiten konnte endlich der erste Schiffzug den Wiener Hafen am 12. Mai 1803 in Richtung Wiener Neustadt verlassen.

Die findigen Wiener benützten bereits im darauffolgenden Winter das zugefrorene Hafenbecken vor dem Invalidenhaus zum Eislaufen.


Der erste Wiener Kanalhafen

Eislaufen und Scheifen auf dem zugefrorenen Kanalhafenbecken

Hagenmüllergasse
Benannt nach Franz Josef Freiherr von Hagenmüller zu Grienberg (1746-1824), Hof- und Gerichtsanwalt, Besitzer der Herrschaft Erdberg.
 

Hainburger Strasse / Hainburger Weg
Benannt nach der Stadt Hainburg/Donau.
 

Helmut-Qualtinger-Gasse
seit 2002, Helmut Qualtinger (1928-1986), Schauspieler, Kabarettist, Schriftsteller ("Der Papa wird's schon richten", "Der g'schupfte Ferdl", "Der Wilde auf seiner Maschin'"), 1957 kreierte er die Figur des "Travnicek" (Partner: Gerhard Bronner); Lesungen (Kraus "Die letzten Tage der Menschheit"); Film (z. B. Der Richter und sein Henker, Geschichten aus dem Wienerwald)

Hetzgasse
An dieser Stelle stand von 1755-1796 ein Tierhetztheater, in dem Tiere aufeinander gehetzt wurden. Der Holzbau fiel einem Brand zum Opfer und durfte wegen der rohen Schauspiele nicht mehr aufgebaut werden.

Mehr über die Geschichte des Hetztheaters:
ki3-Artikel über das Das k. k. privilegierte Hetztheater unter den Weißgerbern
ki3-Artikel Wiener Wahrzeichen


   
Hießgasse
Benannt nach Laurenz Hieß (1736-1819), Fabrikant, der Haus Nummer 8 für verarmte Dienstmädchen spendete (Hieß'sches Stiftungshaus).

   
Hintere Zollamtsstraße
Führt hinter dem alten Zollamtsgebäude (erbaut 1847) vorbei.

   
Hohlweggasse
Ein Hohlweg führte hier im 14. Jahrhundert durch ein römisches Gräberfeld zur Landstraße.

   
Hyegasse
Benannt nach dem Juristen Univ. Prof. Anton Freiherr v. Hye-Glunek (1807-1894). Er überreichte 1848 die Studentenpetition bei Hof und war maßgeblich an legislatorischen Arbeiten, wie Pressegesetz (1849) und Strafgesetz (1852), beteiligt. 1867 war er Justiz- und Unterrichtsminister.


I

   
Invalidenstraße
Benannt nach dem zwischen Landstraßer Hauptstraße und Marxergasse (gegenüber der Markthalle) gelegenen Invalidenheim, das unter Josef II für Militärinvalide eingerichtet wurde. Es bestand von 1787 bis 1909.


J

   
Jacquingasse
Benannt nach Nikolaus Josef Freiherr von Jacquin (1727-1817), Pflanzenforscher und erster Direktor des "Botanischen Gartens" am Rennweg.

   
Juchgasse
Benannt nach Ernst Juch (1838-1909), Wiener Maler und Illustrator.


K

   
Kaisergartengasse
Erinnert an den kaiserlichen Obst- und Lustgarten, der 1840 bis 1845 aufgelöst und verbaut wurde.

   
Kardinal-Nagl-Platz
Benannt nach dem auf der Landstraße geborenen Kardinal Dr. Franz Nagl (1855-1913), Fürstenbischof von Wien (1911-1913).

   
Keilgasse
Benannt nach ihrem einst keilförmigen Verlauf. Früher war diese Gasse Teil der Hohlweggasse.

   
Keinergasse
Benannt nach einer hier ansässigen Gärtnerfamilie. Bernhard Keiner (+1785) besaß hier einst Gründe.

   
Kleingasse
Benannt nach nach Johann Wilhelm Klein (1765-1848), Jurist und Pädagoge. Er setzte sich für die Blinden ein und gründete die erste öffentliche Blindenanstalt, die sich einst auf der Landstraßer Hauptstraße Nr. 19 befand.

   
Klimschgasse
Benannt nach nach Johann Klimsch (1781-1826), Grundbesitzer. Er gab den Grund für diese Gasse frei.

   
Kölblgasse
Benannt nach Ignaz Kölbl (1789-1850), Fleischhauer und Grundbesitzer. Es gab den Grund für diese Gasse frei.

   
Kollergasse
Benannt nach Michael Koller (1802-1892), Realitätenbesitzer, der 1843 den Grund für die Anlage der Straße freigab.

   
Kolonitzgasse, Kolonitzplatz
Benannt nach Leopold Graf Kollonitsch (diese schreibweise!) (1631-1707), Bischof von Wiener Neustadt. Er zeichnete sich vor allem während der Pestzeit und der zweiten Türkenbelagerung als Wohltäter aus. Die platzbeherrschende 75 Meter hohe St.-Othmar-Kirche würde 1866-1873 erbaut.

   
Krieglergasse
Benannt nach der seit 1693 alteingesessenen Gärtnerfamilie Kriegler. Schon 1333 soll ein Stephan Chriegler einen Weingarten in Erdberg gestiftet haben.

   
Kübeckgasse
Benannt nach Karl Friedrich Freiherr von Kübeck (1780-1855), Vorsitzender des Reichsrates. U.a. Verdienste um das Münz-, Eisenbahn- und Telegraphenwesen.

   
Kundmanngasse
Benannt nach dem Wiener Bildhauer Karl Kundmann (1838-1919). Er schuf neben der "Pallas Athene" vor dem Parlament u.a. auch das Brahms-, Schubert- und Tegetthoffdenkmal.




L

   
Lagergasse
Benannt nach Ziegelbrennereibesitzer Josef Lager, der in dieser Gasse um 1860 das erste Haus erbaute.

   
Landstraßer Hauptstraße
Die Ansiedlung "An der Landstraße" bestand schon im 12. Jahrhundert. Die Landstraße war eine wichtige Ausfallstraße aus Wien Richtung Ungarn.

   
Leonhardgasse
Benannt nach einem ehemaligen Hausschild "Zum hl. Leonhard" auf Nummer 24. Der hl. Leonhard ist der Patron der Pferde.

Linke Bahngasse
Diese Straße liegt links an der auswärts führenden und 1857 erbauten Verbinungsbahn.

   
Lissagasse
Benannt zur Erinnerung an den Sieg Admiral Tegetthoffs am 20. Juli 1866 über die italienische Flotte bei der Insel Lissa.

   
Lisztstrasse
Benannt nach Franz von Liszt (1811-1886), Komponist und Klaviervirtuose.

   
Löwengasse
Benannt nach einem ehemaligen - schon 1765 bestehenden - Hausschild "Zum goldenen Löwen" auf Nummer 29.

   
Ludwig-Koeßler-Platz
Benannt nach Dr. Ludwig Koeßler (1861-1927). Er war Mitbegründer der Urania, die ihm ihre kulturelle Bedeutung für die Volksbildung verdankt.


M

   
Marilaungasse
Benannt nach Dr. Anton Kerner v. Marilaun (1831-1898), Pflanzenforscher und Direktor des Botanischen Gartens.

   
Marokkanergasse
Benannt nach einem Besuch einer Marokkanischen Abordnung, die 1782 nach Wien kam, um Freundschafts- und Handelsverträge abzuschliessen.

   
Marxergasse
Benannt nach Anton Marxer (1703-1775), Bischof von Wien.

   
Modecenterstraße
Verweist auf das Textilzentrum, das 1977/1978 statt des früheren Auslandsschlachthofes errichtet wurde.

   
Mohsgasse
Benannt nach Friedrich Mohs (1773-1839), Universitätsprofessor der Gesteinsforschung. Er entwickelte die Härteskala.


N

   
Neulinggasse
Benannt nach Vinzenz Neuling (1794-1876), Brauhaus- und Gastwirtschaftsbesitzer.

   
Nottendorfer Gasse
Benannt nach der ehemaligen, im 14. Jahrhundert vom Landesfürsten geförderten Ansiedlung flämischer Gärtner und Wollfärber. Das aus 13 Kleinhäusern bestehende Nottendorf (flämisch für "Dorf der Genossen") fiel 1529 der Türkenbelagerung zum Opfer.

   



O

   
Obere Weissgerberstraße
Benannt zur Wahrung des alten Vorstadtnamens "Weissgerber".

   
Obere Viaduktgasse
Benannt nach den vielen Viadukten entlang der Verbindungsbahn.

   
Ölzeltgasse
Benannt nach Anton von Oelzelt (so geschrieben!), Ritter von Newin (1817-1875), Hof- und Stadtbaumeister und Kunstsammler. Er erbaute hier die ersten Häuser.

   

Ottogasse
Seit 1862, die einzige Gasse im 3. Bezirk, deren Benennungsgrund leider nicht mehr feststellbar ist...


P

   
Paragonstraße
Diese Straße heißt erst seit 1979 so und wurde nach der einstigen Druckerei "Paragon" so benannt.

   
Parkgasse
Zum Teil auf Gründen des 1802 bis 1805 errichteten Rasumofskyparks, später Eigentum des Fürsten Liechtenstein. Vorher befanden sich hier Krautgärten.

   
>Paulusgasse, Paulusplatz
Benannt nach dem Apostel Paulus, einem Schutzheiligen der Erdberger Pfarrkirche "Petrus und Paulus". Schon 1330 wurde ein Teil von Erdberg mit "Paulusgrund", nach dem Schutzheiligen der damaligen - 1234 urkundlich erwähnten - Kapelle, bezeichnet.

   
Petrusgasse
Benannt nach dem Apostel Petrus, einem Schutzheiligen der Erdberger Pfarrkirche "Petrus und Paulus".

   
Pettenkofengasse
Benannt nach dem Kunstmaler August von Pettenkofen (1821-1889).

   
Platz der Opfer der Deportation
Erst seit 1994 so benannt, zur Erinnerung an die vom Aspangbahnhof deportierten Opfer des Nazi-Regimes.

   
Prinz-Eugen-Straße
Benannt nach Prinz Eugen von Savoyen (1663-1736), der "edle Ritter". Er war hervorragender Feldherr in Österreich und erfolgreich gegen die Türken. Er ließ unter anderem das Schloss Belvedere erbauen.


R

Radetzyplatz
Benennung 1876. Benannt nach Josef Wenzel Graf Radetzky von Radetz (1766-1858), Feldmarschall und Ehrenbürger von Wien.

  • Nr. 2: Wohnhaus von Jaromir Mundy (Arzt);
  • Nr. 3: ehem. Weißgerber Margarethenkirchlein;
  • Nr. 4: Wohnhaus von Angelo Soliman (Mohr);
  • Nr. 5: ehem. Hotel Hungaria, später Wohnhaus u. BANK-AUSTRIA-Filiale, heute SPAR-Filiale


Radetzkyplatz 2012


Angelo Soliman

 

 

 

Radetzkystraße
Benannt nach Josef Wenzel Graf Radetzky von Radetz (1766-1858), Feldmarschall und Ehrenbürger von Wien.

  • Nr. 1: Rettungsstation der Wiener Freiwilligen Rettungsgesellschaft seit 18. Juni 1897 Büste Jaromir Mundy an der Fassade, Statue Hans-Josef Wilczek im Hof; Geburtshaus Hugo Breitner (PolitikerIn);
  • Nr. 2: Bundesamtsgebäude erbaut 1980 bis 1986 von Peter Czernin (Torso in der Eingangshalle von Gero Schwanberg, 6 Skulpturen von Anton Hanak vor dem Gebäude);
  • Nr. 2A: Bundesrealgymnasium;
  • Nr. 3: Wohnhaus von Elias Canetti (Schriftsteller);
  • Nr. 6: Gedenktafel: Geburtshaus Anton Wildgans (siehe “Wildganshof”, Wildgansplatz D);
  • Nr. 11: Lotte Lang (SchauspielerIn);
  • Nr. 17: ehem. Radetzky Kino, Wohnhaus von Rudolf Gerl (ArchitektIn);
  • Nr. 27: Wohnhaus von Eberhard Würzl (WissenschafterIn), J (Örtlichkeiten von ehem. jüdischen Institutionen: Bethaus bis 1938);
  • Nr. 31: J (Örtlichkeiten von ehem. jüdischen Institutionen: Turnverein „Hasmonäa Makkabi“)

Nobelpreisträger Elias Canetti

 

   
Rechte Bahngasse
Diese Straße liegt rechts an der auswärts führenden und 1857 erbauten Verbinungsbahn.

   
Reisnerstraße
Benannt nach Heinrich Reisner (1791-1855), erzherzöglicher Kammerdiener, Erbauer von Zinshäusern (auf öden Gründen, wo sich Erdhaufen zur Salpetergewinnung befanden).

   
Rennweg
Stammt von der Bezeichnung "Rainweg", also von einem Weg, der längs einer Acker- oder Grundgrenze verläuft. Der Name stammt vermutlich nicht - wie auch oft behauptet - von den dort stattgefundenen sportlichen Veranstaltungen (sog. "Scharlachrennen").

   
Robert-Hochner-Park
seit 2009; zwischen Helmut-Qualtinger-Gasse / Marianne-Hainisch-Gasse / Karl-Farkas-Gasse; nach Robert Hochner (30. August 1945 bis 12. Juni 2001); Journalist

   
Rochusgasse
Benannt nach einem der beiden Kirchenpatronen der Pfarrkirche St. Rochus und St. Sebastian. Der heilige Rochus ist der Schutzheilige gegen Seuchen.

   
Rüdengasse
Benannt nach dem von den Babenbergern hier errichteten Rüdenhof, einer großen Meierei mit Stallungen, zur Unterbringung und Abrichtung der zahlreichen Jagdhunde.

   
Rubin-Bittmann-Promenade
Die Verkehrsfläche Bittmannpromenade, wurde 2010 in Ergänzung mit dem zweiten Familiennamen Rubin in "Rubin-Bittmann-Promenade" umbenannt.

   
Rundweg
Verläuft auf einem zugeschütteten, gebogenen Donauarm, der das Erdberger Mais umflossen hat.

   

S
Salesianergasse
seit ca. 1862 (bis um 1850 Waaggasse), nach Kloster und Kirche Mariä Heimsuchung der Salesianerinnen (Orden des hl. Franz von Sales, 1716 nach Wien berufen); das Kloster wurde 1717 bis 1719, die Kirche 1730 erbaut

 
  

Schlachthausgasse
Benannt nach dem in St. Marx erbauten (1846-1848) städtischen Schlachthaus.

   
Schimmelgasse
seit 1862 (vorher: Sechsschimmelgasse), nach einem Gasthausschild "Zum Schimmel"

   
Schwarzenbergplatz
Benannt nach Feldmarschall Fürst Karl Philipp von Scharzenberg (1771-1820), Sieger in der Völkerschlacht bei Leipzig 1813.

   
Sechskrügelgasse
Benannt nach dem ehemaligen Hausschild "Zu den sechs Krügeln" auf Nummer 2. Vor 1870 hiess die Gasse nur "Krügelgasse".

   
Seidlgasse
Benannt nach Johann Gabriel Seidl (1804-1875), Archäologe und Dichter.

   
Stammgasse
Benannt in Anlehnung an die ehemals hier befindlichen fürstlichen Gartengründe.

   
Steingasse
Benannt nach Univ. Prof. Dr. Anton Stein (1759-1844), Philologe und Literaturwissenschafter.


T

Thomas Klestil Platz
seit 2006; Town Town, zwischen Schnirchgasse und Erdbergstraße; Dr. Thomas Klestil (4. November 1932 bis 10. Juli 2004); Diplomat, Bundespräsident

   
Tongasse
Töpfer und Ziegelerzeuger hatten hier einst ihre Arbeitsstätten.

   
Traungasse
Benannt nach dem alten Grafengeschlecht Abensberg-Traun, das hier nach 1683 ein Palais samt Park erbauen liess.


U

   
Ungargasse
1444 erstmals urkundliche erwähnt. Ungarische Kaufleute, die in früheren Zeiten mit vielspännigen Wagenkolonnen Lebensmittel der Stadt zuführten, übernachteten in hier bestandenen grossräumigen Einkehrgasthöfen.

   
Untere Viaduktgasse
Benannt nach den vielen Viadukten entlang der Verbindungsbahn.


V

   
Victor Braun Platz
seit 2010; vor der Herz-Jesu-Kirche; nach Victor Braun; 5. Juni 1825 bis 18. Mai 1882; Priester, Ordensgründer

   
Viehmarktgasse
1797 wurde der Viehmarkt vom "Ochensgriess" (nahe Wien Mitte) nach St. Marx verlegt, allmählich vergrössert und 1904 in Hallen untergebracht.


 

W

   
Wassergasse
Diese Gasse führt direkt zum Donaukanal.

   
Weissgerberlände
Die 1529 hier angesiedelten Gerber und Lederer bildeten bis 1850 eine eigene Gemeinde, die "Weissgerbervorstadt". Einst wurde dieser Straßenzug "Armensündergassl" genannt, denn es war für viele Todeskandidaten der letzte Weg zur "Gänseweide" (ungefähr zwischen Kegelgasse und Rotundenbrücke), wo sich eine Hinrichtungsstätte befand.

   
Weyrgasse
Benannt nach Prof. Rudolf Weyr (1847-1914), Wiener Bildhauer. Er schuf u.a. das Grillparzerdenkmal.


Z

   
Ziehrerplatz
Benannt nach Carl Michael Ziehrer (1843-1922), Komponist und Hofkapellmeister. Sein Sterbehaus stand einst in der Maria-Eis-Gasse 1 (heute Hauptpostamtsgebäude des 3. Bezirkes).


Quelle: Schriften, Informationen und Sonderhefte des Bezirksmuseum Landstraße bzw. das Straßennamen-Lexikon.

 

Historische Straßennamen
so hießen die Straßen und Gassen früher einmal:

  • Adelgundegasse: siehe Grimmelshausengasse
  • Adlergasse: siehe Posthorngasse
  • Am Feld: siehe Gerlgasse
  • Am Glacis: siehe Am Heumarkt bzw. Hintere Zollamtsstraße
  • Am Kanal: siehe Aspangstraße bzw. Rechte Bahngasse und Linke Bahngasse
  • An der Donau: siehe Dampfschiffstraße bzw. Erdberger Lände
  • Antongasse: siehe Erdbergstraße
  • Antonsgasse: siehe Würtzlerstraße
  • Arenbergring: siehe Dannebergplatz
  • Arsenalweg: siehe Grasbergergasse
  • Auf der Schutzen: siehe Schützengasse
  • Badgasse: siehe Hörnesgasse bzw. Parkgasse und Rasumofskygasse
  • Berthagasse: siehe Gudrunstraße
  • Blumengasse: siehe Kundmanngasse
  • Bockgasse: siehe Beatrixgasse bzw. Gärtnergasse
  • Brunngasse: siehe Kegelgasse
  • Croatengasse: siehe Gudrunstraße
  • D’Orsay-Gasse: siehe Wassergasse
  • Daffingergasse: siehe Lisztgasse
  • Donaustraße: siehe Dampfschiffstraße
  • Dörfelgasse: siehe Fiakerplatz
  • Erdberger Hauptstraße: siehe Erdbergstraße
  • Estegasse: siehe Weyrgasse
  • Geißelberger Weg: siehe Gudrunstraße
  • Gemeindegasse: siehe Salmgasse
  • Gemeindeplatz: siehe Karl-Borromäus-Platz
  • Gerlgasse: siehe Hohlweggasse
  • Gestettengasse: siehe Kegelgasse
  • Grasgasse: siehe Neulinggasse
  • Grasweg: siehe Neulinggasse
  • Große Rüdengasse: siehe Rüdengasse
  • Hafengasse: siehe Klimschgasse
  • Hahnlgasse: siehe Kaisergartengasse
  • Haltergasse: siehe Juchgasse bzw. Lechnerstraße
  • Herbstgasse: siehe Gänsbachergasse
  • Heugasse: siehe Prinz-Eugen-Straße
  • Heugries: siehe Am Heumarkt
  • Hoernesgasse: siehe Geologengasse
  • Hohlwegstraße: siehe Schlachthausgasse
  • Hühnergasse: siehe Kaisergartengasse
  • Hungargasse: siehe Ungargasse
  • Im Gereit: siehe Am Heumarkt
  • Kanalgasse: siehe Hafengasse
  • Kegelgasse: siehe Zollgasse
  • Kettenbrückengasse: siehe Marxergasse bzw. Rasumofskygasse
  • Kirchengasse: siehe Apostelgasse bzw. Löwengasse
  • Kleine Gasse: siehe Kleingasse
  • Klischgasse: siehe Hafengasse
  • Kollergasse: siehe Kegelgasse
  • Krongasse: siehe Krummgasse
  • Krügelgasse: siehe Sechskrügelgasse
  • Kugelgasse: siehe Fiakerplatz
  • Laufsteig: siehe Rennweg
  • Leonhardigasse: siehe Leonhardgasse
  • Luitpoldgasse: siehe Gottfried-Keller-Gasse
  • Lustgasse: siehe Hainburger Straße
  • Lustig-Prean-Gasse: siehe Jauresgasse
  • Magazingasse: siehe Mechelgasse
  • Marx-Meidlinger-Straße: siehe Grasbergergasse bzw. Kelsenstraße und Arsenalweg
  • Michaelergasse: siehe Keinergasse
  • Michaelgasse: siehe Zaunergasse
  • Mitterweg: siehe Erdbergstraße
  • Obere Gärtnergasse: siehe Seidlgasse
  • Obere Landstraße: siehe Landstraßer Hauptstraße
  • Obere Reisnerstraße: siehe Reisnerstraße
  • Paulusgrund: siehe Paulusplatz
  • Paulusgrund-Hauptstraße: siehe Landstraßer Hauptstraße
  • Paulushöhe: siehe Hainburger Straße
  • Pfarrgasse: siehe Pfarrhofgasse
  • Pfefferhofstraße: siehe Radetzkystraße
  • Rabengasse: siehe Beatrixgasse bzw Arsenalweg
  • Rauchfangkehrergasse: siehe Rasumofskygasse
  • Rennweggasse: siehe Rennweg
  • Richardgasse: siehe Jauresgasse
  • Rochusplatz: siehe Ziehrerplatz
  • Rudolfsgasse: siehe Juchgasse
  • Schulgasse: siehe Kardinal-Nagl-Platz bzw. Eslarngasse
  • Sechsschimmelgasse: siehe Schimmelgasse
  • Seilergasse: siehe Kolonitzgasse
  • Simmeringer Straße: siehe Gudrunstraße
  • Sophienbrückengasse: siehe Kundmanngasse
  • Spiegelgasse: siehe Siegelgasse
  • Spitalgasse: siehe Marxergasse
  • St. Johannesstraße: siehe Johannesgasse
  • Stalinplatz: siehe Schwarzenbergplatz
  • Sterngasse: siehe Rochusgasse
  • Stuckgasse: siehe Ungargasse
  • Tegetthoffgasse: siehe Kleistgasse
  • Thomasgasse: siehe Kardinal-Nagl-Platz
  • Thomasplatz: siehe Kardinal-Nagl-Platz
  • Über dem Kanal: siehe Leberstraße
  • Untere Landstraße: siehe Landstraßer Hauptstraße
  • Untere Reisnerstraße: siehe Reisnerstraße
  • Waaggasse: siehe Salesianergasse
  • Wällischgasse: siehe Hainburger Straße
  • Weißgerber Hauptstraße: siehe Obere Weißgerberstraße
  • Weißgerber Straße: siehe Obere Weißgerberstraße
  • Zieglergasse: siehe Tongasse
  • Zollgasse: siehe Kegelgasse

1938–1945

  • Adolf-Kirchl-Straße: siehe Baumannstraße
  • General-Krauß-Platz: siehe Esteplatz
  • Langemarckplatz: siehe Ludwig-Koeßler-Platz
  • Max-Reger-Gasse: siehe Dapontegasse
  • Richthofengasse: siehe Jauresgasse
  • Schredtgasse: siehe Neulinggasse
  • Uhdegasse: siehe Veithgasse